Zwei Sieger bei der Aachener Stadtmeisterschaft

Das gestrige Finale der Aachener Stadtmeisterschaft war mindestens doppelt so spannend wie die zeitgleich stattfinden Spiele der UEFA Championsleague. Nach der vorletzten Runde lagen Tom Höfken und Philipp Lamby punktgleich in Führung. In der letzten Runde hatte es Philipp mit Toms Vereinskameraden Feyyaz Negüs zu tun. Dessen Dame schlug einen unbeteiligten Läufer. Eine klare Tätlichkeit, die mit Platzverweis, sprich Damefang, geahndet wurde. Tom hatte sich mit Detlef Roefe auseinanderzusetzen. Dieser versuchte es mit einer verstärkten Defensive und igelte sich ein. Durch permanentes Pressing zwang Tom seinen Gegner aber zu Fehlern. Insbesondere die Rochade auf den Damenflügel dürfte eine zweifelhafte taktische Maßnahme des Spielführers der schwarzen Steine gewesen sein. Somit hatten die Favoriten ihre Pflichtaufgaben erfüllt.

Das führte jetzt dazu, daß viele der anderen Partien für den Turniersieg von entscheidender Bedeutung waren, denn jetzt mußte die Buchholzwertung herangezogen werden. Hier hatte Tom 1.5 Punkte Vorsprung mit in die Schlußrunde genommen, weil Paul Wilhelm gegen Njöman Sumeratha schon vorgespielt und gewonnen hatte. Am dritten Brett spielte Shridhar R gegen Gerhart Bieberle und erreicht eine überlegene Stellung. Dann übersah Shridhar aber ein Scheinopfer der Dame mit anschließendem Familienschach durch den Springer, was ihn eine Qualität kostete. Trotzdem bekam er im Endspiel noch Gewinnchancen, aber Gerhart verteidigte sich erfolgreich und sicherte sich damit den Seniorenpreis und Philipp einen halben Buchholzpunkt. Shridhar reichte das Remis für den alleinigen dritten Platz. Ganz wichtig war die Partie am vierten Brett von Frank Dischinger gegen Gernot Klein, da Tom gegen Gernot und Philipp gegen Frank gespielt hatte. Der Routinier vom ASV gewann und damit war Gleichstand in der Buchholwertung hergestellt. Dann machte André Maaß gegen André Kusidlo ein Bauernendspiel Remis, womit Tom wieder einen halben Punkt in Führung ging und nun alles am Ergebnis der Partie von Abdul Jazmati, Philipps Erstrundengegner, und Leonhard Jünger hing. Hier waren alle drei Ergebnisse denkbar, denn wie einer altarabischen Mansube standen beide Könige überlegenen gegnerischen Angriffskräften gegenüber. Letztenendes entschied sich der Eilendorfer für das vernünftigste und wählte ein Dauerschach.

Und damit endete die Stadtmeisterschaft mit einem toten Rennen an der Spitze der Tabelle: gleiche Punkte, gleiche Buchholz. Eine weitere Feinwertung sah die Ausschreibung nicht vor. Tom hätte allerdings nach Fortschrittswertung, wie wir sie beim Neujahrsturnier heranziehen, die Nase vorn gehabt. Schon aus Gründen der Einheitlichkeit werden wir wohl nächstes Jahr die Ausschreibung entsprechend anpassen. Aber für dieses Jahr belassen wir es bei der Teilung des Turniersiegs – obwohl es das in den vergangenen 47 Stadtmeisterschaften sei 1958 noch nicht gegeben hat. Der Jugendpreis geht an Laurids Stockert, der U1900-Preis an Feyyaz Negüs und der U1700-Preis an Alberto Bamberger. Die größten Performancesprünge machten Eva Titgemeyer und André Kusidlo, die in der nächsten DWZ-Liste etwa 50 Punkte mehr auf dem Konto haben werden. Die Siegerehrung findet am Montag, den 14. November, um 19.45 Uhr statt.