ASV 3 unterliegt in Kerpen

Am Sonntag trat die frisch aufgestiegene Dritte zu Ihrem zweiten Verbandsliga-Spiel in Kerpen an. Gegen den SK Kerpen 1 waren wir DWZ-technisch wiederum an fast jedem Brett Außenseiter. Zwischenzeitlich sah es aber gar nicht so schlecht aus. An zwei Brettern waren wir materiell im Vorteil, an den anderen Brettern sah es ausgeglichen aus. Da es an vielen Brettern dann aber doch kippte, kam es zu einer 2,5:5,5-Niederlage, die nicht so deutlich war, wie es das Ergebnis vermuten ließ.

An Brett 4 hat sich Taghi mit den schwarzen Steinen sehr solide in einem Engländer aufgestellt, in welcher der Gegner eine Karlsbad-Struktur erhielt. In der Abwicklung eines Leichtfigurenabtausches im Zentrum spielte er einen ungenauen Zug, den der DWZ-stärkere Gegner gnadenlos ausnutzte. Um Gegenspiel zu generieren, rochierte Taghi lang und wollte dem weißen König zu Leibe rücken. Nun konnte der Gegner aber mit einem Minoritätsangriff am Damenflügel die Stellung für seine Schwerfiguren öffnen. Versuche, zu einem Dauerschach zu kommen, konnten vom Gegner abgewehrt werden, so dass sich Taghi der Übermacht am Damenflügel bei offener Königsstellung ergeben musste. (0:1)

André ließ bei seinen DWZ-favorisierten Gegner ein Läuferopfer auf h3 zu. Nach langem Überlegen verzichtete er auf die Annahme des spekulativen Opfers und beantwortete es mit einem taktischen Gegenopfer, wodurch sich ein Großteil der Figuren insbesondere die Damen abtauschten. Dabei gewann der Kerpener einen Bauern, der aber schwer zu verteidigen war. André gelang es mit diversen Springermanöver den Mehrbauern als Freibauer auf die dritte Reihe vor zu locken, wo er denn nach einem weiteren taktischen Schlag verloren ging. In der Folge war der König des Gegners aktiver. Hier war sicherlich mehr herauszuholen gewesen. Der Gegner spielte zu ungenau und es kam zu einer Stellung, wo eine Zugwiederholung für beide Seiten die einzige Möglichkeit war, so dass man sich auf Remis einigte. (0,5:1,5)

In der interessantesten Partie des Kampfes kam Laurids am Spitzenbrett gegen eine WFM schnell in eine überlegene Stellung. Er gewann mit seiner Dame den gegnerischen a- und b-Bauern wohin gegen sein b-Bauer vergiftet war. Mit einem Springerzug konnte er den auf b2 eingedrungenen schwarzen Turm einsperren und so insgesamt Qualität und Bauer gewinnen. Die Gegnerin verteidigte sich aber äußerst geschickt. Durch eine kleine Ungenauigkeit ließ Laurids der gegnerischen Dame das aktive Feld a4, so dass er am Ende in eine Zugwiederholung einwilligen musste. (1:2)

An Brett 2 spielte Thomas im Duell der alten Hasen gegen ein Londoner System des Gegners. Dieser ließ den schwarzfeldrigen Läufer auf f4 schlagen, wodurch er aber das wichtige Feld e5 sicherte und Druck auf der halboffenen e-Linie aufbauen konnte. Thomas verteidigte sich so geschickt, dass sich das Geschehen auf dem Damenflügel verlagerte. Hier kam es zum Abtausch der Türme, so dass eine Stellung übrig blieb, die trotz vorgerückter Bauern auf a6 und b5 so geschlossen war, dass sich beide dann auf Remis einigten. (1,5:2,5)

Jonas hatte es an Brett 3 mit einem DWZ-favorisierten Gegner zu tun. Er kam aus einem Italiener in eine vorteilhafte Stellung. Jonas konnte viel Druck auf die gegnerische Rochadestellung aufbauen. Dabei brachte er seine Figuren geschickt in Stellung und übersah am Ende einer kleinen Abtauschkombination den stabilisierenden Zug Sf6 des Gegners. Nun drang ein gegnerischer Turm am Damenflügel ein und gewann den wichtigen Bauern d4, welcher dem schwarzfeldrigen Läufer auf a7 Leben einhauchte, da er den schwachen f2-Bauern angriff. Durch einen Bauernhebel g3 war die Stellung dann nicht mehr zu verteidigen. Die Partie war von beiden Seiten sehr interessant und aufregend gestaltet worden. (1,5:3,5)

Burkhards Gegnerin baute sich mit dem Königsindischen Angriff auf. Positionell stark, sicherte sie sich mit a4 das wichtige Springerfeld c4. Dadurch konnte sie Druck auf Burkhards Damenflügel aufbauen und einen Bauern gewinnen. Damit bekam Burkhard als Kompensation die c-Linie. Nach einigen geschickten Abtauschen konnte die Gegnerin aber in ein gewonnenes gleichfarbiges Läuferendspiel mit Freibauern abwickeln, da der König in die schwarze Stellung einsickern konnte. (1,5:4,5)

An Brett 5 gab Adrian in einem Lb5-Sizilianer sein Läuferpaar gegen einen schwarzen Doppelbauer. Nach einer kurzen Konfrontation im Zentrum bekam Adrian einen Isolani, bei dem das Feld davor in schwarzer Hand war. Er opferte diesen schnell durch Vorziehen, wobei er einen zuvor angegriffenen Springer als Opfer anbot. Dadurch hätte er als Kompensation zwei Bauern und einen Freibauern auf c7 bekommen. Der Gegner nahm lieber das Bauernopfer an und kam so zu einem massiven Zentrum auf d5, e5, und f5. Durch geschicktes Lavieren mit den Schwerfiguren konnte er aber den äußersten Bauern zurückgewinnen und ließ dann nichts mehr anbrennen. Remis. (2:5)

Held des Tages war aber Michael, welcher sich noch in der Nacht als Ersatz für den kurzfristig ausgefallenen Melih zur Verfügung stellte. Durch berufliche Probleme setzte er sich dann mit Kaffee bewaffnet ohne Schlaf ans Brett. In einer Grünfeld-Hauptvariante kam er zu aktiven Figurenspiel. Seine Läufer drangen in die gegnerische Stellung ein und zwangen dem Gegner zur Abgabe einer Qualität. Da die Stellung aber geschlossen war, wurde die Verwertung dieses materiellen Vorteils sehr schwierig. Nach wechselvollem Lavieren einigte man sich schließlich auf ein Remis. Vielen Dank hier noch einmal an Michael, der ironischerweise auch noch die längste Partie spielen musste, und bravourös kämpfte. (2,5:5,5)

Das Spiel gegen Kerpen war ein Bonusspiel, welches für den angestrebten Klassenerhalt nicht unbedingt nötig war. Mit etwas mehr Glück hätten wir sicherlich punkten können, auch wenn der Gegner stärker war.

In drei Wochen geht es schon in einem Heimspiel gegen Brühl weiter. Bei einer starken Aufstellung stehen die Chancen nicht schlecht, dass wir vielleicht sogar die ersten Punkte einfahren. Es wird dazu aber eine konzentrierte Mannschaftsleistung nötig sein.