Neujahrsopen gestartet

Mit 56 Teilnehmern ist unser 7. Aachener Neujahrsopen gestartet. Das Teilnehmerfeld wir angeführt von Vorjahressieger und Bundesligaspieler IM Christian Braun von DJK Aufwärts Aachen. Sogar Spieler aus Hamburg und Mecklenburg haben den Weg zu uns gefunden. Über unsere auswärtigen Gäste freuen wir uns natürlich besonders! Leider sind nur zwei Damen im Feld, so daß wir den Damenpreis in einen Schönheitspreis umgewidmet haben.

Zuerst noch ein paar Worte zum Paarungssystem, das für die meisten Spieler doch etwas ungewohnt war. Beim normalen Schweizer System werden bekanntlich die Spieler innerhalb ihrer Punktegruppen nach Rangliste sortiert und dann, so weit es geht, nach dem Motto „obere Hälfte gegen untere Hälfte“ gegeneinander gelost. Bei einem Teilnehmerfeld, das vom Bundesligaspieler bis zum Turnieranfänger alle Spielstärken umfaßt, ergeben sich dann gerade in den ersten Runden riesige Spielstärkeunterschiede an allen Brettern, an denen die Favoriten sich dann meist leicht durchsetzen. Außerdem ist unser Turnier nur fünf Runden lang, bei 58 Teilnehmern kann es also theoretisch passieren, das am Ende zwei Teilnehmer das Turnier mit voller Punktzahl gewinnen. Da die Favoriten sich in den ersten Runden regelmäßig durchsetzen, ist diese Möglichkeit ganz real: letztes Jahr hatten wir nach der dritten Runde noch fünf Spieler mit voller Punktzahl und nur weil in der vierten Runde zwei der Partien unter den Favoriten remis ausgingen, bekamen wir am Ende ein echtes Finale und einen klaren Sieger.

Deswegen haben wir uns dieses Jahr entschlossen, das sogenannte „beschleunigte“ Schweizer System anzuwenden. Vor der ersten Runde wurden die Teilnehmer als nach DWZ-Zahlen sortiert und das Teilnehmerfeld dann geviertelt. Das erste Viertel spielte dann gegen das zweite und das dritte Viertel gegen das vierte. Wenn alles „nach Plan“ verläuft, also die DWZ-stärkeren Spieler sich alle durchsetzen, dann spielen in der zweiten Runde die Sieger des oberen Viertels untereinander während die Verlierer aus dem zweiten Viertel gegen die Gewinner aus dem dritten Viertel gelost werden. Wenn wieder alles „nach Plan“ verliefe, hat man nach der zweiten Runde nur noch ein Achtel der Spieler mit voller Punktzahl und ein großes Feld von Spielern mit einem Punkt. Außerdem hat man in den ersten beiden Runden viel geringer Spielstärkeunterschiede als gewöhnlich und spannendere Partien. Ab der dritten Runde geht es dann mit dem normalen Auslosungsverfahren weiter.

Nach den ersten beiden Runden kann man sagen, daß die Beschleunigung ihren Zweck erfüllt hat. Nach zwei Runden haben wir nur noch sechs Spieler mit voller Punktzahl, es wird also auf keinen Fall zwei Sieger mit voller Punktzahl geben. Der Nachteil des beschleunigten Systems ist aber auch sichtbar: das Feld hat sich noch nicht sortiert und ganz besonders die große Gruppe der Spieler mit einem Punkt ist sehr heterogen. Dementsprechend sehen wir nun nachträglich Paarungen mit sehr großem Spielstärkeunterschied. Ob sich das System also insgesamt bewährt hat, steht also zur Diskussion.

Kommen wir nun zum schachlichen Teil. Wie gesagt, waren die Paarungen der 1. Runde dieses Jahr ausgeglichener als sonst. Dementsprechend konnten die Favoriten auch nicht so durchpunkten wie gewohnt. Besonders hart traf es z.B. den Vorjahreszweiten Shridhar Rajashekarraju, der dieses Mal aber überhaupt kein Bein auf den Boden bekam.

Eine saubere Leistung des jungen Bochumers!

Auch Jan Klatt von der SG Güstrow/Teterow schien in Schwierigkeiten zu sein, aber er machte aus der Not eine Tugend und produzierte einen ersten Kandidaten für den Schönheitspreis.

Ein Bericht von der 2.Runde, in der u.a. der Titelverteidiger Christian Braun in Nöte geriet, folgt. Die 3. Runde startet heute, Freitag, um 18.00 Uhr.